Einmal mehr ein unglaublich kurzsichtiger politischer Hüftschuss: Bundesrat Couchepin zieht eine derart massive Senkung des Labortarifs durch, dass viele Hausärzte drauflegen und das Labor schliessen müssen. Folgen: Schmerzhafter Qualitätsverlust mit häufigen Zweitkonsultationen, unnötigen Notfall-Hospitalisationen und entsprechender Kostenzunahme. (Details siehe weiter unten)
Was hat der Verzicht auf das Praxislabors des Hausarztes für konkrete Folgen?
Statt wie bisher üblich die Laboruntersuchung direkt vor/während der Konsultation zu machen, werden Sie als Patientinnen und Patienten neu zweimal in die Praxis kommen müssen: ein erstes Mal für eine Blutentnahme (und das Verschicken des Blutes an das Grosslabor), ein zweites Mal für die Besprechung der Resultate. Das ist unzumutbar: vor allem für ältere und gehbehinderte Menschen, aber auch für Arbeitstätige und Familien, die unnötig Zeit verschwenden. Es bedeutet eine ganz massive und tagtäglich spürbare Qualitätseinbusse für die Patientinnen und Patienten - und es wird wegen des deutlich vermehrten Arbeitsaufwandes garantiert teurer und nicht billiger !
In Notfällen werden uns Hausärztinnen und Hausärzten wichtige Angaben fehlen: das führt zwangsläufig zu vielen (heute vermeidbaren!) Hospitalisationen mit entsprechend hohen Folgekosten und Arbeitsausfällen. Stellen Sie sich vor, Sie haben unvermittelt starke Brustschmerzen und befürchten einen Herzinfarkt - der Hausarzt schickt Ihr Blut in ein Grosslabor im nahegelegenen Ausland, das Resultat trifft am nächsten Abend per Fax ein: Kostenersparnis Fr.5.- ... wollen Sie dafür riskieren zu Hause zu sterben oder unnötig einen Tag ins Spital zu gehen?
Zudem muss das Blut zum Versenden immer aus einer Vene entnommen werden. Das ist manchmal schmerzhafter und tendenziell gefährlicher als eine viel kleinere kapilläre Blutentnahme aus einem Finger, welche bei sofortiger Verarbeitung in der Praxis oft genügt.
… und der Nutzen? keiner!
